Besucher betrachten die ausgestellten Exponate

Eröffnung der „Sichtwechsel“-Ausstellung in Heidelberg

Afrika ist mehr als Lehmhütten, Großwild und Savanne. Es ist mehr als Krieg und Elend. Es ist mehr als ein Land. Afrika ist ein Kontinent mit pulsierenden Metropolen, aufstrebenden Wirtschaften und vielen Kulturen. Um das zu vermitteln haben sich junge Leute aus dem Umfeld des Weltwärts-Programms, das jedes Jahr viele Junge Deutsche nach Afrika sendet, um dort ein freiwilliges soziales Jahr zu leisten, zusammengetan und eine Ausstellung konzipiert.

Eine Frau kocht auf sehr dickem Feuerholz

Apropos: Lebensmittel im Malawischen Hinterland

Was isst man eigentlich in den Dörfern im Norden Malawis?

Wer als Europäer den Norden Malawis abseits der geteerten Hauptstraßen bereist, wird möglicherweise schnell etwas vermissen: einen Supermarkt. Fährt man z.B. von Lilongwe, der Hauptstadt in der Mitte des Landes, nach Norden, so gibt es den letzten großen Supermarkt in Mzuzu. Dort hat vergangenes Jahr ein Einkaufspalast der südafrikanischen Supermarktkette „Shoprite“ eröffnet. Danach kommt für einige hundert Kilometer so schnell kaum noch ein Laden mit Elektrizität. Es gibt an der Hauptstraße nach Karonga noch ein oder zwei Filialen der einheimischen Kette „peoplez“. Hier gibt es Getränke, Drogerieartikel, Spirituosen, Brot und ziemlich leckere Wurstwaren (wenn der Kühlschrank funktioniert). Verlässt man aber die Hauptstraße, dann ist man auf die lokalen Märkte und die kleinen Kioske in den Dörfern angewiesen.

Blick auf das üppige Grün der Permakulturen

Ökolandwirtschaft im Norden Malawis

Wie Lukwe Eco Gardens einen nachhaltigen Ackerbau vermittelt.

Als Europäer haben wir leider viel zu oft ein Bild von Afrika vor Augen, welches von Hunger, Armut und Krieg geprägt ist. Dabei ist die Situation je nach Land durchaus unterschiedlich. Hunger ist unter Malawis Landbevölkerung jedoch tatsächlich sehr verbreitet. Ursache sind verödende Boden, Mais-Monokulturen und Menschen, die niemals gelernt haben, wie effektive und nachhaltige Landwirtschaft funktioniert. In dem kleinen Land im Südosten des Kontinents ist praktisch jeder Farmer, der auf dem Lande lebt. Jobs mit Einkommen, die den Einkauf von Lebensmitteln erlauben, sind selten. Seit einigen Jahren verbreitet die Regierung Malawis subventionierten Dünger. Das hat das Hungerproblem des Landes zwar vorläufig gelöst, kann aber langfristig keine stabile Nahrungsversorgung garantieren. Abhilfe könnte der ökologische Ackerbau bieten. Um die Ausbildung von Erwachsenen und Schulkindern kümmert man sich nahe Livingstonia in den „Lukwe Eco Gardens“. Doch kann das Modell Schule machen, und Malawi aus der Not führen?

Dunkle Wolken über dem Malawisee

Regenzeit

Von Donner, Wolken und Schlamm

Es ist der 31. Dezember 2013 in Chitimba. Mittagszeit am Malawisee im Norden Malawis. Überall rund um den See bilden sich hohe Wolkentürme; es ist schwül. Antonio Vivaldi drückt das Sommergewitter in seinen vier Jahreszeiten musikalisch aus. Die Ruhe vor dem Sturm ist unerträglich, bis dann das Getöse losbricht. Als Kind hatte ich beim Hören seiner Musik immer die weiten Felder des Toskana vor Augen, über denen sich der Himmel lila färbt, bevor das Unwetter kommt. Das Bild hier ist aber ein anderes: Vor mir breitet sich der weite blaue und noch friedliche Malawisee aus. Ein Unwetter liegt aber bereits in der Luft; die Wolkentürme werden immer größer. In der Ferne ist ein Donnern zu hören.